Geistliches Leben

 Beschreibung des Gebetsleben

Jeder von uns muss seinen Tagesablauf und sein Gebetsleben genau organisieren und planen. Wie? Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Eines Tages wurde ein alter Lehrer engagiert, um einer Gruppe von etwa fünfzehn Vertretern großer Unternehmen eine Weiterbildung zum Thema »Effizientes Zeitmanagement« zu geben. Dieser Kurs war einer von fünf Workshops, die an ihrem Schulungstag stattfanden. Der alte Lehrer hatte also nur eine Stunde zur Verfügung. Aufrecht vor ihnen stehend, schaute er sie langsam nacheinander an und sagte dann zu ihnen: »Wir werden jetzt ein Experiment machen.« Unter dem Tisch holte er einen riesigen Topf mit mehreren Litern Volumen hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich hin. Anschließend präsentierte er zwölf etwa tennisballgroße Steine und legte sie ebenfalls vorsichtig einer nach dem anderen in den großen Topf. Als der Topf bis zum Rand gefüllt war und es unmöglich war, noch einen weiteren Stein hineinzutun, schaute er seine Schüler an und fragte sie: »Ist der Topf voll?« Alle antworteten: »Ja.« Er wartete einige Sekunden und fügte hinzu: »Wirklich?« Dann bückte er sich erneut und holte unter dem Tisch ein mit Kies gefülltes Gefäß hervor. Mit Sorgfalt schüttelte er diese Kieselsteine über die großen Steine und vermischte dann alles vorsichtig im Topf. Die kleinen Kieselsteinchen drangen in die Zwischenräume zwischen die großen Steine bis zum Boden des Topfes. Der alte Lehrer schaute seine Hörer erneut an und fragte noch einmal: »Ist der Topf voll?« Diesmal fingen die Schlauesten seiner Schüler an, ihm auf die Schliche zu kommen. Einer von ihnen antwortete: »Wahrscheinlich nicht!« »Gut!«, entgegnete der alte Lehrer. Erneut bückte er sich und diesmal holte er unter dem Tisch Sand hervor. Er schüttelte ihn in den Topf. Der Sand füllte die Zwischenräume zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen aus. Und noch einmal fragte er: »Ist der Topf voll?« Diesmal antworteten die Schüler, ohne zu zögern und im Chor: »Nein!« »Gut!«, antwortete der alte Lehrer. Und als ob die Schüler schon darauf gewartet hätten, nahm er den Krug mit dem Wasser, der auf dem Tisch stand und füllte den Topf bis zum Rand voll. Der alte Lehrer fragte dann: »Welche großartige Wahrheit beweist uns dieses Experiment?« Gar nicht so dumm, erwiderte da der wagemutigste Schüler, indem er dabei an das Thema des Kurses dachte: »Das beweist: Auch wenn man meint, dass unser Terminkalender vollständig ausgefüllt ist, kann man — wenn man es wirklich will — noch immer mehr Termine und noch mehr Dinge, die zu erledigen sind, hinzufügen.« »Nein«, antwortete der alte Lehrer, »das ist es nicht! Die große Wahrheit, die uns dieses Experiment zeigt, ist die folgende: Wenn man nicht die großen Steine zuerst in den Topf legt, dann wird man sie niemals alle hineinlegen können.« Es herrschte eine tiefe Stille, jedem wurde die Offenkundigkeit dieser Worte bewusst. Dann sagte der alte Lehrer zu ihnen: »Was sind die großen Steine in Ihrem Leben? Ihre Gesundheit, Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Träume, Ihre berufliche Karriere? Was man davon behalten muss, ist, dass es wichtig ist, die großen Steine in seinem Leben vorrangig zu behandeln, wenn man nicht Gefahr laufen will, im Leben nichts zustande zu bringen. Wenn man dagegen die Priorität dem Schund — den Kieselsteinen, dem Sand — einräumt, füllt man sein Leben mit Belanglosigkeiten, mit Dingen ohne Bedeutung und ohne Wert und wir werden dann keine Zeit mehr haben, um sie den wichtigen Dingen zu widmen. Vergessen Sie also nicht, sich die Frage zu stellen: Was sind die großen Steine meines Lebens? Und dann legen Sie sie an erster Stelle in den Topf ihres Daseins.« Mit einer freundschaftlichen Handbewegung verabschiedete sich der alte Lehrer von seinem Hörerkreis und verließ langsam den Saal.

Ist das Gebet einer dieser großen Steine eines Lebens? Ich antworte mühelos: Das Gebet muss tatsächlich der große Stein sein, der den Topf unseres Lebens erfüllen muss. Das ist die Zeit, in der man nichts anderes tut, als mit Gott zusammen zu sein. Das ist die kostbare Zeit, in der sich alles abspielt, in der sich alles erneuert, in der Gott handelt, um uns Ihm gleich zu gestalten.

Der heilige Paulus ermahnt uns oft, im Gebet und Flehen zu leben: »Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen« (Eph 6,18). Doch zugleich betont er unsere Unfähigkeit, dass wir nicht wissen, wie wir in rechter Weise beten sollen; dennoch kommt uns der Heilige Geist zu Hilfe und er selbst »tritt für uns ein mit Seufzen, dass wir nicht in Worte fassen können« (Röm 8,26).

Das Gebet ist zunächst das Werk des Heiligen Geistes, der in uns betet, uns innerlich umgestaltet und uns in die Vertrautheit des einen und dreifaltigen Gottes versenkt. Das ist auch der Grund dafür, warum es entscheidend ist, zu schweigen und Gott zuzuhören, damit einverstanden zu sein, sich vor Gott zu entblößen und sich ihm, der in uns gegenwärtig ist, ganz zu überlassen. Das Gebet ist kein Augenblick der Magie, in dem es darauf ankommt, diese oder jene Beschwerden vorzubringen, um unser Wohlbefinden zu steigern. Die innere Stille ermöglicht uns, dem Gebet des Heiligen Geistes zu lauschen, das zu unserem Gebet wird. Der Geist tritt an unserer Stelle ein. In unserem Gebet sind es nicht unsere Worte, die wichtig sind, sondern es geht darum, dass es uns gelingt zu schweigen, um den Heiligen Geist sprechen zu lassen, um ihn für uns seufzen und sich für uns einsetzen zu hören. Wenn wir in das mysteriöse Schweigen des Heiligen Geistes eintreten, werden wir gewiss erhört, weil wir ein Herz erreichen, das uns zuhört. Gott antwortet uns nicht so, wie wir es uns erwünscht hätten, umso mehr, als dass wir oft um unmögliche Dinge bitten — wie Kinder, die sich tausende von Geschenken wünschen. Das darf uns jedoch nicht von Gott entfernen, wenn die Probleme real sind, uns peinigen und wir die tiefste Nacht des Zweifels durchleben. Das Gebet ist eigentlich keine außergewöhnliche Handlung, sondern es ist das Schweigen eines Kindes, das seinen Blick ganz auf Gott hin richtet. Das Gebet — das bedeutet, Gott in uns ein wenig frei zu lassen. Es gilt, ihn in der Stille, in der Hingabe und im Vertrauen unerschütterlich und ausdauernd zu erwarten, sogar dann, wenn er in unserer inneren Nacht im Dunkel bleibt.

Das Gebet fordert, wie jede Freundschaft, Zeit, um sich zu verfestigen. Das Gebet ist daher eine bisweilen beschwerliche Schule. In der Stille auszuhalten, kann eine lange und trockene Durststrecke, ohne Wasser oder Nahrung, sein, bei dem es uns passieren kann, dass wir wie die heilige Therese von Lisieux sagen: »Ich weiß sogar nicht mehr, ob ich an das glaube was ich singe.« Der Gläubige, der betet, wandelt durch di Nacht und bleibt oft ein Pilger, der das Licht sucht. Beten bedeutet, in den Willen Gottes einzutreten. In bestimmten Au genblicken, wenn wir uns in der dunklen Nacht des Leiden und des gegen uns gerichteten Hasses befinden, könnte es uns passieren, dass wir wie Jesus rufen: »eli eli lama sabachthani« (»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«) (Mk 15,34). Niemand wird den Sinn dieses Schreis verstehen, denn es ist ein Gebet, ein Ruf des Glaubens zu unserem Gott und unserem Vater: Es ist der Ruf Jesu am Kreuz, ein Ruf der kindlichen Hingabe an den einzigen Willen des Vaters, mit dem Ziel, die bereits im Garten von Getsemani besiegelte totale Unterwerfung zu bestätigen. Als er, von Angst ergriffen, betete und sein Schweiß zu Blutstropfen wurden, die zur Erde fielen, verkündete er: »Abba, Vater, alles ist möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen)« (Mk 14,36).

Gott hat uns zuerst geliebt. Beten bedeutet, sich lieben zu lassen und sich selbst zu lieben. Beten bedeutet, Gott anzuschauen und sich von ihm anschauen zu lassen, es bedeutet, sich wirklich in die Lage versetzen zu können, Gott anzuschauen, der in uns als dreifaltiger Gott lebt und wohnt. Das ist kein Bild; der Vater, der Sohn und der Heilige Geist leben in Wirklichkeit in uns. Sie haben in der Einheit und in der trinitarischen Gemeinschaft in uns Wohnung genommen. Ein einziger Gott in drei unterschiedlichen Personen, das ist das Herzstück unseres Taufversprechens. Wir sind tatsächlich die Bleibe Gottes. Wunderbar erklärt das der heilige Athanasius in seinem Brief an Serapion dem Bischof von Thmuis: »Und wenn der Geist in uns ist, so ist auch der Logos, der ihn gibt, in uns und im Logos ist der Vater. So ist, wie schon ausgeführt wurde, die Stelle gemeint: »Ich und der Vater werden kommen und die Wohnung bei ihm nehmen« (Joh 14,23). Denn wo das Licht ist, da ist auch der Glanz, und wo der Glanz ist, da ist auch seine Wirkung und die strahlende Gnade.«

Der Ort des Gebets ist die Seele. Dennoch müssen in diesem Gott vorbehaltenen Heiligtum, in diesem Haus Gottes, Einsamkeit und Schweigen herrschen. Denn im Gebet ist es im Wesentlichen Gott, der spricht und der uns aufmerksam zuhört, während wir uns auf die Suche nach seinem Willen begeben. Beten — das bedeutet, Gott zu suchen und ihn sein Antlitz und seinen Willen uns offenbaren zu lassen. Freilich, wir glauben, dass Gott in uns lebt und wohnt, doch oftmals lassen wir ihm nicht die Freiheit, zu leben, zu handeln, sich zu bewegen und sich zu äußern. Wir besetzen den gesamten Bereich unseres inneren Gefildes — den ganzen Tag auf unbegrenzte Zeit. Wir versteifen uns darauf, immer viel zu tun, viel zu sprechen und viel zu denken. Wir füllen die Bleibe Gottes mit so viel Lärm

Wir müssen lernen, dass die Ruhe der Weg zu der persönlichen und vertrauten Begegnung mit der stillen, aber lebendigen Anwesenheit Gottes in uns ist.

Gott findet sich nicht im Orkan, im Erdbeben oder im Feuer, sondern im Säuseln einer leichten Brise. Um wirklich zu beten, muss man eine gewisse Reinheit des Herzens kultivieren und wahren, oder anders ausgedrückt, man darf nicht in einem inneren oder äußeren Getöse leben oder aufwachsen, in der Zerstreuung und den weltlichen Ablenkungen; manche Vergnügungen entzweien und zerstreuen das Zentrum unseres Seins und lassen es hin- und hergerissen sein. Die geistliche Reinheit, die innere Stille und die erforderliche Einsamkeit sind die Felsen, die für das Leben mit Gott in einem vertrauten Gegenüber mit Ihm am ehesten von Vorteil sind.         

Auf unserem Gesicht leuchtet der Glanz des Antlitzes Gottes, wenn wir aus dieser Begegnung wieder hervortreten, wie bei Mose, als er vom Berg herunterstieg, nachdem er mit dem Allmächtigen gesprochen hatte. (Robert Kardinal Sarah, Gott oder nichts)

Zeugnis von Meryem Demir

 

Eine türkische Muslima wird Christ, nachdem sie jemand auf Jesus hinweist und sie die Bibel liest

 

Ausgangspunkt Türkei

 

Mein Name ist Meryem Demir (Namen und Orte geändert), ich komme aus der Türkei. Ich bin am 15.9.1970 in Mersin geboren und dort aufgewachsen, aber meine Familie gehört zu den Kurden in Bingöl, meine Muttersprache ist Sasa. Meine Mutter heißt Hanife, mein Vater Ali. Ich bin das jüngste von acht Geschwistern. Meine Familie ist islamisch und sehr religiös. Drei der älteren Geschwister lesen den Koran und kennen sich im Islam sehr gut aus. - Ich besuchte ein Mädchengymnasium. Später arbeitete ich in einer Bank, die Kredite an Handwerker und Kleinbetriebe vergibt.

Da ich aus politischen Gründen um mein Leben fürchten musste, floh ich nach Deutschland. Wäre ich in der Türkei geblieben, hätten die Behörden nicht nur mir selbst, sondern auch meiner Familie viel Schaden zugefügt.

 

Zum ersten Mal einen Teil der Bibel gesehen

 

Ein Neues Testament habe ich erstmals bei meiner in Antep lebenden großen Schwester gesehen. Sie sagte, dass sie darin lese. Ich wurde wütend auf sie und machte ihr Vorhaltungen, sie als Muslima dürfe doch solch ein Buch weder berühren noch darin lesen. Aber meine Schwester sagte, in diesem Buch gebe es wunderschöne Worte und Verse und ihr gefalle das Buch. Damit war unser Gespräch über das Neue Testament beendet. -- Monate vergingen, und ich hätte so gerne einmal in das Neue Testament hineingeschaut, das ja angeblich so wunderschöne Worte enthielt, aber mein Entschluss, eine gute Muslima zu sein, und die Tatsache, dass ich meiner Schwester schwere Vorwürfe gemacht hatte, hinderten mich, das Buch in meine Hände zu nehmen und zu lesen.

Dann kamen große Nöte in mein Leben und ich musste mit vielen Alpträumen leben. Mit der Hilfe meiner Kusine Gül Akyol kam ich nach Deutschland. Ich hatte in der Türkei am selben Ort wie meine Kusine gearbeitet und wir kannten uns gegenseitig sehr gut. Auch Gül hatte Probleme gehabt und war vor etwa vier Jahren nach Deutschland gereist. Ich selbst bin erst etwa neun Monate hier.

 

In Deutschland der entscheidende Hinweis

 

Während der ersten zwei Monate in Deutschland wohnte ich bei meiner Kusine. Gleich in den ersten Tagen sah ich in ihrem Leben große Veränderungen. Ich kannte sie kaum mehr. Ich konnte die Veränderungen in ihr nicht verstehen oder einordnen. War wohl die Tatsache, dass einige von Güls Problemen in Deutschland gelöst worden waren, der Grund für die Veränderungen? Meine Kusine war vorher leichtsinnig und ausgelassen gewesen, liebte das Geld, gehörte gerne zur gehobenen Klasse, kleidete sich gut und liebte das Vergnügen. Aber jetzt sah ich ihre von innen heraus leuchtenden, lachenden Augen, ich sah Liebe, Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft. Gül schien alles Interesse für Weltliches verloren zu haben. Ich wunderte mich sehr, konnte aber zunächst nicht nach dem Grund für diese Veränderungen fragen. Nach zwei drei Tagen sagte sie mir, sie sei an Jesus Christus gläubig geworden, und falls ich wolle, könne ich kleine Broschüren über Jesus lesen. Auf ihrem Bücherregal sah ich ein Neues Testament. Ich erinnerte mich an die Worte meiner Schwester. Hier war nun wieder das Buch, das ich mehrere Jahre lang aus Angst nicht zu lesen gewagt hatte.

 

Der Bibel ausgesetzt

 

Plötzlich war ich sehr lesehungrig. Ich begann mit den Traktaten. Die Worte Gottes hatten Wirkung. Ich war gespannt, aufgeregt, manchmal zitterte ich sogar oder hatte Mühe beim Atmen. Ich las das Matthäus-Evangelium. In Matthäus 13, 13-15 las ich, dass manche Leute Ohren haben und doch nicht hören und Augen haben und doch nicht sehen. Sie kommen nicht zur Einsicht und bekehren sich nicht. - Als ich das zu verstehen suchte, fürchtete ich, ich könnte zu den Uneinsichtigen gehören, die der Herr Jesus nicht erwählt hat, und ich weinte. Ich fragte mich: 'Kennt mich der Herr wohl als sein verlorenes Schaf oder nicht?' Ich las weiter in Matthäus. Vieles verstand ich nicht. Ich sagte mir, der Herr habe mich wohl nicht erwählt, und weinte einen ganzen Tag lang. Mit meiner Kusine und ihren Verwandten besuchte ich türkische Gottesdienste und lernte mehr über Jesus. Ich fühlte innerlich Hunger und Sehnsucht nach etwas, gleichzeitig erlebte ich bei der Beschäftigung mit Jesus Freude und inneren Frieden, die ich nicht beschreiben konnte. Wenn ich mein vergangenes Leben betrachtete, empfand ich Ekel vor mir, und ich schämte mich wegen all dem, was ich getan hatte. Ich merkte, dass ich sehr sündig war. Ich erfuhr, dass Jesus Christus für mich ans Kreuz gehängt und genagelt wurde. Ich hörte, er sei der Herr, der auf Grund seines vergossenen Blutes meine Sünden vergeben könne. Ich verstand, dass wenn ich den Herrn anrufen werde, er mir helfen und mich mit seinem Blut von meinen Sünden reinigen werde.

 

Der entscheidende Schritt

Ich las in Matthäus 13, 3-9 vom vierfältigen Ackerfeld. Ich wünschte mir so sehr, "ein gutes Ackerfeld" zu sein, auf das Gottes Samen fällt. Ich wollte viel Segen empfangen und viel Frucht bringen. Ich sprach mit meiner Kusine über diesen Bibeltext und bat sie um Hilfe bei meiner Umkehr und Lebensübergabe. Meine Kusine freute sich sehr. Wir beteten zusammen, und ich glaubte an Jesus Christus. Ich verstand jetzt, dass all die Veränderungen, die ich bei meiner Kusine beobachtet hatte, darauf zurück zu führen sind, dass sie Christus kennen gelernt hat. Durch Jesus Christus ist sie von Neuem geboren worden. Auf diese Weise ist so zu sagen eine neue Gül zur Welt gekommen. Die Veränderungen in Gül, und dass sie jetzt dauernd für den Herrn tätig ist und von ihm gesegnet wird, hat mich sehr bewegt und beeindruckt; sie ist für meinen eigenen Glauben ein Vorbild. So habe ich gerne und mit ganzem Willen und ganzem Herzen geglaubt. Jesus Christus sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

 

Meryem Demir

Zu den Schriftlesungen (zu Joh 11,17–27)

 

Im Johannesevangelium werden die Wunderhandlungen Jesu „Zeichen“ genannt. Denn es geht letztlich nicht um das einzelne Geschehen, sondern dass das Geschehene auf etwas Größeres verweist, eben darauf, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass durch ihn und sein Wirken Gott verherrlicht wird.

Manche seiner Zeichen deutet Jesus mit einem „Ich bin“-Wort.

So sagt er nach der Brotvermehrung: „Ich bin das Brot des Lebens, wer davon isst, wird in Ewigkeit leben.“ Und nach der Heilung des Blinden sagt er: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wandelt nicht im Finstern.“ Bevor er Lazarus aus dem Grab ruft, sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der an mich glaubt,

wird auf ewig nicht sterben.“

Ein rätselhaftes Wort. Wie soll das gehen, sterben und zugleich leben, auf ewig nicht sterben.

Es geht eben nicht um eine Verlängerung des irdischen Lebens, um ein ewiges Leben in dieser Welt. Auch Lazarus, den Jesus wieder ins Leben ruft, wird noch einmal sterben müssen.

Es geht vielmehr um ein ewiges, unvergängliches Leben in einer anderen Welt, die wir uns nicht vorstellen können, von der wir nur in Bildern reden können, wie mit dem Bild vom Himmel.

Jesus ist uns dorthin durch seinen Tod und seine Auferstehung vorausgegangen und verheißt allen, die an ihn glauben,

dieses ewige, unvergängliche Leben, wenn sie gestorben sind. Welch große Hoffnung für unsere Verstorbenen und einmal auch für uns.

 

Meine Sehnsucht findet erst richtig eine Antwort in der Auferstehung Christi. Der ungläubige Thomas kann erst so richtig an die Auferstehung Christi glauben, als er seine Hände in die Wundmale des Herrn legen kann. Denn erst die Narben seines Leidens zeigen ihm: Dies ist nicht ein wiedergeborener Christus, denn dann müsste er einen neuen, unversehrten Leib haben.

Der Christus, der ihm hier begegnet ist der vom Leben verwundete und geheilte Herr, nicht wiedergeboren, sondern wirklich auferstanden.

Das ist meine Sehnsucht: In meinem Tod Versöhnung zu finden und mit den dann geheilten Wunden meines Lebens zum ewigen Leben aufzuerstehen. Eine Sehnsucht, die ich im auferstandenen Herrn erfüllt sehe.

 

In dieser Hoffnung gedenken wir heute aller unserer Verstorbenen. Ihre Zukunft liegt nicht im Kreislauf der Natur. Sie liegt auch nicht in der Wiedergeburt zu einem neuen irdischen Leben.

Ihre Zukunft liegt im auferstandenen Herrn, der ihnen Versöhnung mit Gott, ihren Nächsten und sich selbst ermöglicht, die Wunden ihres Lebens heilt und so das Leben zurückgibt, für das wir geschaffen wurden: das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Aber wir wissen auch: Versöhnung ist ein manchmal schmerzlicher Prozess. Die Heilung von Wunden kann weh tun. Da tut es gut zu wissen: Wir lassen unsere Toten auch nach ihrem Tod nicht allein. Wir bleiben über den Tod hinaus miteinander verbunden.

Unser Gebet für die Toten hilft ihnen in diesem Versöhnungsprozess. Hilft ihnen in der Heilung ihrer Lebenswunden. Es tut ihnen gut auf ihrem Weg zum Paradies.

Besonders tröstlich finde ich den Gedanken, dass die Kirche - also Sie alle - auch mich einmal in meinem Tod nicht allein lassen werden. Auch ich mache in meinem Leben nicht alles richtig.

Ich verletze Menschen und werde selbst verletzt. Ich bin auf diesen Versöhnungsweg in meinem Tod angewiesen. Auch darauf, dass Menschen dann auch für mich beten und mir helfen.

Allerseelen ist also - ein hoffnungsvolles und ein tröstliches Fest.

 

 

Liebe Pfarrgemeinde,

Papst Franziskus sagt: Der Rosenkranz ist das Gebet, das mein Leben begleitet; das Gebet der Einfachen und der Heiligen; das Gebet meines Herzens.

 

Wie betet man den Rosenkranz?

 

Beim Kreuz betet man ein Glaubensbekenntnis

die großen Perlen stehen für Vater unser (insg. 6x)

und die kleinen Perlen für die Gegrüßet seist Du Maria (insg. 53x).

 

Bei den Ave Maria kann man nach dem ...Jesus... immer das Geheimnis, dass man betrachtet einfügen.

 

Die ersten drei kleinen Perlen sind folgenden Betrachtungen gewidmet:

 - Jesus, der in uns den Glauben vermehre. 

- Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.

- Jesus, der in uns die Liebe entzünde

 

Nach den 10 Ave Maria betet man ein Ehre sei dem Vater... und das folgende Gebet:

 

Fatima-Gebet: O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. Amen.

Möge jeder von uns mit Maria zu einem Zeichen und Sakrament der Barmherzigkeit Gottes werden, der immer vergibt und alles vergibt. Beten mit Maria und vertrauen wir, denn Gott schenkt uns den Frieden und erhört unsere Gebete. Mit vielen Grüßen, Pfrm. Florin Farcas