Die Ulrichstola

Der Nachfolger des Hl. Ulrich auf dem Bischofstuhl in Augsburg, Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat am 2. Mai 2015 die neue Ulrichstola für unsere Pfarre gesegnet. Mit der von ihm geweihten Stola hat er uns den Segen auf die Fürsprache des Hl. Ulrich gespendet. In früheren Zeiten hat die Pfarre Ebenfurth, laut Tradition, die Lanze und die Stola des Hl. Ulrich in Besitz gehabt. Leider gelten diese jetzt als verschollen. Im Anschluss an diese Tradition haben wir eine neue Stola als die neue Ulrichstola bestimmt und segnen lassen. Damit ist wieder eine Ulrichstola in Ebenfurth vorhanden. Um für die Menschen in einer besonderen Form Gottes Gnade zu erbitten und um auch den seinerzeitigen Wallfahrtsort zu würdigen, wird mit der „neuen Ulrichstola“ bei Wunsch und bei verschiedenen Anlässen der Segen beim Gnadenbild Mariahilf von Ebenfurth erteilt. An Gottes Segen ist alles gelegen!

 

Gebet

Gott, du bist reich an Erbarmen. Du hast deinem Volk in einer Zeit schwerer Not den heiligen Ulrich

als tatkräftigen Bischof geschenkt. Seine Fürbitte helfe uns, die Gefahren unserer Zeit in der Kraft des Glaubens zu bestehen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Vita – das Leben von Hl. Ulrich, Bischof, Gedenktag 4. Juli

Ulrich ist in Augsburg geboren und gestorben (890-973). Er wurde an der Klosterschule von St. Gallen ausgebildet. 923 wurde er Bischof von Augsburg. Er war eng mit seiner Sippe und Heimat verbunden, spielte aber auch in der großen Politik ein Rolle als Berater von Königen und Kaisern. Ulrich hatte Freude am Regieren und Repräsentieren, aber auch am liebevollen Dienst für die Armen, Kranken, Fremden, für alle, die in Not waren, und das waren damals sehr viele. Noch in seinem Testament bedachte er einen Krüppel, den er auf dem Friedhof in Kempten angetroffen hatte. Berühmt wurde Ulrich durch den Sieg über die Ungarn, die 955 zum zweiten Mal vor der Stadt Augsburg standen (Schlacht auf dem Lechfeld). Unermüdlich visitierte er seine ausgedehnte Diözese, die bis tief ins Allgäu und nach Vorarlberg reichte. Er hielt Diözesansynoden und Dekanatskapitel ab und war um die Ausbildung des Klerus besorgt. Ulrich wurde in der Kirche der hl. Afra begraben.

 

„Sankt Ulrich ruft uns Christen den Sinn des Kreuzes und seine Fruchtbarkeit in Erinnerung. In einer Stunde, in der die Kirche eine Art Karfreitag durchlebt, ist es gut, zu wissen, das dies der normale Weg ist, über den, seit Kalvaria, die Erlösung der Welt und alle Erneuerung der Kirche geht ... Sankt Ulrich hat noch eine andere Botschaft für uns: Er war auf seine Weise ein Vorbote Europas. Auf wirtschaftlichem Gebiet wird es gerade geboren; es ist aber notwendig, dass Europa seine christliche Seele wiederfindet. Auch das geht über das Kreuz: Europa wird in dem Maße leben, in dem wir unseren kollektiven Egoismen absterben, Weit- und Weltsicht erlangen und der Gerechtigkeit dienen.“ (Kardinal Suenens bei den Augsburger Ulrichsfeierlichkeiten 1973) (Quelle: http://www.erzabtei-beuron.de)

 

Hl. Ulrich -Bischof Ulrich von Augsburg

Ikonographie und Legenden

Der Heilige Ulrich wird dargestellt als Bischof mit Stab und Mitra, in der Hand das Evangelium und darauf ein Fisch. (Der Hl. Zeno trägt zwei Fische…)

Die Legende hat sich gut erhalten: Als Ulrich mit seinem Freund Bischof Konrad von Konstanz zusammen das Nachtmahl einnahm, war es schon Freitagmorgen geworden. Als ein Bote des Herzogs, dem Ulrich zurecht gewiesen hatte, ihm einen Brief überbrachte, gab Ulrich ihm als Botenlohn ein Stück des Fleisches vom Vorabend mit, das noch auf dem Tisch lag. Der überbrachte es dem Herzog als Zeichen, nun Ulrich anklagen zu können. Doch als er es auspackte, war es zu Fisch geworden.
Ulrich gilt als Patron der Winzer, Weber, Fischer und Reisende und ist Fürsprecher bei Augenleiden, in Wassergefahren und bei Mäuseplage. Die Ulrichserde wurde von seinem Grab genommen und erfolgreich eingesetzt gegen Mäuseplagen.

Ulrichsquellen finden sich weithin. Ulrich war viel unterwegs. Quellen, die er auffand, sorgten für frisches Wasser. Diesen Ulrichsquellen wird Heilkraft nachgesagt, vor allem bei Augenleiden.

"Es gibt nichts Lebendigeres als tote Heilige. Überhaupt sollte man anstatt von Toten, von den bei Gott Lebenden sprechen", sagt Walter Nigg. Der heilige Ulrich erfreut sich weithin einer lebendigen Verehrung über den schwäbischen Bereich hinaus. Seit 1955 – dem tausendjährigen Jubiläum der Lechfeldschlacht - wird in der Bischofsstadt alljährich die Ulrichswoche begangen. In der Basilika St. Ulrich und Afra birgt ein prächtiger Barockschrein den schlichten Kupfersarg mit seinen schon zweimal auf ihre Echtheit untersuchten Gebeinen.

Die Krypta wurde 1962/63 gestaltet, auch für die Gebeine der Hl. Afra. Eine eigens für ihn eingerichtete Heiltumskammer enthält viele Erinnerungsstücke, die den vor über 1000 Jahren verstorbenen Bischof ganz lebendig nahebringen.

Kostbarer Mittelpunkt ist das Ulrichskreuz.
In Erinnerung an das Siegreiche Kreuz gegen die Ungarn enthält es in seiner Mitte ein kleines, hölzernes Kreuz, das Ulrich vom Papst geschenkt bekommen hat und in der Abwehr der Ungarn Segen gebracht hat. Seit dem 16. Jahrhundert werden Ulrichskreuze als Segenszeichen den Pilgern mitgegeben. (Quelle:
http://www.ulrichswoche.de)

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